Wie visualisiere ich Kompetenz? 2.0

Kashia Lehmann Stilberatung

6 Grundregeln eines Business Outfits.

Im ersten Teil des Posts „Wie visualisiere ich Kompetenz? 1.0“ war die Rede darüber, ob und warum das Aussehen überhaupt wichtig ist.

Natürlich sollte man die Leute auf jeden Fall mit der eigenen Persönlichkeit catchen! Aber wie schon beschrieben- ist es eine Tatsache, dass man unterbewusst die Menschen in diverse Schubladen steckt. Wir geben durch das Outfit unserem Gegenüber schon die ersten Aufschlüsse zum Beispiel darüber, zu welchem sozialen Umfeld wir gehören oder welche Musikrichtung wir mögen, etc. Das hat viele Vor- aber auch Nachteile. Dadurch ziehen wir beispielsweise automatisch Menschen an, die ähnlich ticken wie wir. Gleichzeitig aber werden wir schubladisiert und nicht alle Menschen sind so offen und tolerant wie wir selbst! Somit werden wir manchmal schon aufgrund der Äusserlichkeiten vom Kennenlernen ausgeschlossen oder sogar verurteilt.

Im Privatleben wollen wir uns oft abgrenzen, aber bei der Arbeit ist es den meisten doch wichtig, wie sie wirken. Vor allem als Selbständiger in einer Dienstleistungsbranche oder vielleicht bei einem Bewerbungsgespräch. Es gibt diverse Situationen im Berufsleben, wo es sich lohnt darüber nachzudenken, wie man wirkt.

Es gibt den allgemeinen Trend, sich von festen Formeln und Normen zu befreien, was wirklich toll ist, denn wir sind Individuen, die sich unter anderen durch ihren Kleidungsstil ausdrücken wollen. 

Nach wie vor aber gelten in verschiedenen Branchen, unterschiedliche Outfit-Formeln (fest gesetzt oder ungeschrieben). Trotzdem gibt es branchenübergreifende Regeln, die dazu beitragen, kompetenter auszusehen… Also, falls du Karriere machen möchtest, solltest du die 6 folgenden Punkte nicht vernachlässigen!

gepflegte vs. ungepflegte Schuhe bei der Arbeit
  1. Gepflegt.

Wenn wir gepflegt sind, gewinnt unser gesamtes Erscheinungsbild an Attraktivität und diese steigert (laut diversen Studien) unsere Karrierechancen, denn ein attraktives Äusseres steht für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebenskraft.

Machen wir uns also nichts vor und stellen wir uns folgende Situationen vor: 

  • unsere Friseurin empfängt uns mit fettigen Haaren
  • unser Arzt hat lange und dreckige Fingernägel
  • unser Banker berät uns in einem dreckigen und zerknitterten Hemd

Was würden wir in den jeweiligen Situationen denken? Würde das FÜR die Person sprechen oder eher GEGEN? Und jetzt stellen wir uns das Gegenteil vor. Wie ist jetzt die Wirkung?

Early commuter wearing bathrobe and slippers on the underground train.

2. Angemessen.

Angemessen bedeutet nicht fehl am Platz. Was bedeutet das?

Stellen wir uns vor:

  • unser Fitnesstrainer trainiert mit uns in einem schicken Smoking
  • Unser Steuerberater berät uns in einem Kittel
  • Ein Richter sitzt im Gerichtssaal in einem Jogginganzug 

Nun, was ist angemessen in deiner Branche? Du musst das Rad nicht neu erfinden. Arbeite einfach mit den Bildern, die die Menschen bereits im Kopf haben und verfeinere sie nur, in dem du einem Outfit deine persönliche Note verpasst. Platziere geschickt DEIN Markenzeichen. Mehr dazu im nächsten Post.

Mann in einem zu kleinen Anzug bei der Arbeit

3. Ordentlich und klar.

Nicht chaotisch. Sorgfältig. Passend zu dem eigenen Körper.

Die Klamotten, die wir tragen dürfen uns weder einengen noch ungewollt zu gross sein (ausser wir stehen auf den Oversize Trend! Aber dann wäre das alles gewollt). 

Wenn wir zum Beispiel einen Anzug tragen, dann achten wir auf die richtige Ärmel- und Hosenlänge sowie insgesamt auf die Passform. Wenn wir eine Krawatte tragen, dann hat auch diese die richtige Länge, ist ordentlich gebunden und alle Knöpfe beim Hemd sind zu. Apropos Knöpfe- diese dürften niemals spannen. Die Leggins sollten aus uns auch keine Presswurst machen und der BH nicht einschneiden…

protziger Mann

4. Wertig

Viele verwechseln den Begriff „wertig“ mit „teuer“. Das ist ein Trugschluss, der uns dazu veranlasst sofort an die Labels zu denken. Vorsicht mit protzigem Zeug, denn das kann (in manch einem Umfeld) Vorurteile fördern. Lieber am Anfang etwas dezenter auftreten, bis wir rausgefunden haben wie unser Gegenüber tickt.

Was wirkt denn also wertig? Stoffe und Verarbeitung. Qualität spricht für sich und oft bereits auf den ersten Blick. Beim nächsten Shopping achten wir also mehr auf die Verarbeitung und den Stoff als auf ein Logo auf der Brust. 😉

A vintage retro styled image with brown tones of a man in a wood paneled 1980s room sitting at his computer desk with a coffee cup in hand smiling

5. Modern

„Modern“ ist nicht gleichzusetzen mit „modisch“. Es bedeutet einfach zeitgemäss und nicht überholt. Denken wir einfach an die Zeit vor 15 Jahren und 2 Teile:

  • Skinny Jeans in 7/8 Länge

Damals dachte man sich dabei „ach du meine Güte! Der Arme, der ist schon lange aus seiner Hose ausgewachsen und kann sich keine neue leisten…“

Oder denken wir doch an die Schlaghosen! Es gab Zeiten, da hat man über die richtig herzlich gelacht, weil sie so überholt und nicht zeitgemäss schienen…

  • Doppelreihiger Sakko 

Da muss ich irgendwie an den kleinen Schauspieler Danny de Vito denken und seine viel zu grossen, breit machenden Doppelreiher. Fühlst du es?

Bequeme Schuhe bei der Arbeit.

6. Bequem

Wir müssen uns in unserem Outfit wohl fühlen. Wenn wir ständig gedanklich bei den Klamotten sind oder immer wieder am rumzupfen oder was am Gesicht machen, dann verlieren wir sehr viel Energie und zusätzlich vermittelt das den Eindruck der Unsicherheit. Umgekehrt wenn wir uns aber sicher fühlen, in dem was wir tragen, treten wir automatisch souveräner auf! Klingt logisch!

Alles was gut aussieht sollte auch bequem sein. Aber Achtung:

Nicht alles, was bequem ist, sieht auch gut aus!

 

Wenn du dich an die 6 Punkte hältst, hast du schon eine 70%ige Wahrscheinlichkeit, dass du für deinen Job korrekt angezogen bist!

Auf den „Rest“, den letzten Schliff sozusagen, komme ich im nächsten Post „Kompetenz visualisieren 3.0“ zu. Bleib gespannt!